Legalisierter Betrug in Dosen oder was…?

Dass in der Werbung sehr häufig heiße Luft in Dosen verkauft wird, ist kein Geheimnis. Da werden Werbeversprechen, die dem Kunden gemacht werden, vom Produkt nicht eingehalten, was man durchaus als Betrug bezeichnen könnte. Doch selbst, wenn so ein Betrug öffentlich aufgedeckt wird, müssen die Betrüger keine rechtlichen Folgen befürchten. Allenfalls werden sie abgestraft vom Verbraucher.

Gestern sah Spießer Alfons bei sternTV auf RTL einen Test von Ravioli in Dosen. Und dort wurde überdeutlich gezeigt, dass keinesfalls immer das in der Dose ist, was als Inhaltsangabe und Werbetext auf dem Etikett zu lesen ist. Da war zum Beispiel erheblich weniger Fleisch in einem Produkt als angegeben. Und wo keine Zusatzstoffe drin sein sollten, waren die vorhanden. Und? Durchsucht nun die Staatsanwaltschaft die Herstellerfirmen, stellt Beweismaterial sicher und bringt die Fälle zur Anzeige…?

Bemerkenswert ist auch das, was die Tester in der Dose von Weight-Watchers gefunden haben: Statt an Ravioli erinnert der Inhalt mehr an eine Tomatensuppe. Und das Produkt war nicht nur das schlechteste, sondern sogar das teuerste im Test.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. März 2017

Ein Geburtstagsgeschenk von Lidl zum Nichtgeburtstag

Spießer Alfons hat eine bombastische E-Mail bekommen. Von Lidl. Und der Empfänger las: „Happy Birthday Harald“. Und Lidl schreibt weiter im Text: „Lieber Harald, heute ist Ihr großer Tag – und wir haben eine tolle Überraschung für Sie! Für Ihre nächste Bestellung schenken wir Ihnen einen 5 € Gutschein*. Geben Sie dafür einfach Ihren persönlichen Gutscheincorde* ein, und schon kann es losgehen.“

Ja, das ist aber nett von Lidl. So eine tolle Überraschung aber auch! Das Dumme ist bloß: Der Empfänger der frohen Botschaft hatte gar nicht Geburtstag. Und auch nicht heute oder morgen sondern Monate später. Was also sollte Alfons tun – den Gutschein trotzdem einlösen? Oder sollte er die 5 € einfach negieren…?

Da der Spießer gar nichts bei Lidl bestellen wollte, war die Entscheidung leicht: Er hat den Glückwunsch zusammen mit dem Gutschein in den Papierkorb abgelegt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. März 2017

Haben deutsche Journalisten vielleicht einen Hammer…?

Es gibt Berufe, wo die Ausübenden einen Hammer benötigen. Zum Beispiel der Schmied, der den Hammer schwingt. Und der Zimmermann. Und der Schuhmacher. Auch der Auktionator benötigt einen Hammer, genauso wie der Bildhauer ihn braucht. Und dann gibt es Menschen, die haben einen Hammer, wenn man dem Spruch aus dem Volksmund glauben will. Und dazu kann man auch „behämmert“ sagen.

Echt der Hammer: Richter als Auktionator?

Viele Journalisten haben ebenfalls einen Hammer. Den zeigen sie immer dann, wenn sie über Gerichtsfälle schreiben – siehe die nebenstehenden Abbildungen! Und womit sie unterschwellig andeuten wollen: Bei Gericht geht es zu wie bei einer Auktion, will meinen: Der Richter versteigert das Urteil meistbietend an die Parteien.

Dem ist in Wahrheit aber nicht so? Nun, dann erklärt Ihr dem Spießer doch bitte mal, warum Redaktionen einen Hammer zeigen, wenn sie über Gerichtsvorfälle schreiben? Sind die Urteile, über die in Print-Medien und Online-Portalen berichtet wird, vielleicht von einem Richter in den USA gefällt worden? Denn der schlägt wirklich mit dem Hammer zu, um seinen Beschluss zu bekräftigen.

Schaut bitte auf die abgebildeten Corpora Delicti, liebe Leser! Irgendwie empfindet Spießer Alfons den Hammer als peinlich. Er zeigt, dass die Redaktionen, die so ein Ding abbilden, noch nie aus einem deutschen Gerichtssaal berichtet haben. Sonst hätten Sie erkannt, dass ein Richter hierzulande seinen Hammer nur benutzt, wenn er ein Bild an die Wand hängen will.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. März 2017

Die Kunst, Menschen zu verarschen

Liebe Lesergemeinde, wie beurteilt Ihr die vier Bilder, die Spießer Alfons Euch hier zeigt – siehe die Abbildungen?! Um es gleich zu sagen: Es handelt sich nicht um Blätter aus dem Malunterricht in einem Kindergarten. Genauso wenig entstammen die Bilder der Beschäftigungstherapie für Menschen, die unter Depressionen oder Altersdemenz leiden.

Angebote aus dem Kunsthaus Artes

Die vier Bilder bekam Spießer Alfons vom Kunsthaus Artes per E-Mail mit der Erklärung: „Die Blätter stammen aus der Suite ’45, Edition Achenbach, Düsseldorf 1990. Jedes Motiv wurde in einer limitierten Auflage von 35 Stück herausgegeben und entstand in mehreren Druckgängen bei Ernst August Quensen, Lamspringe“.

Artes möchte die Blätter an Spießer Alfons verkaufen. Eine Preisangabe macht das Kunsthaus dazu nicht, sondern man bittet den potentiellen Kunden um „unverbindliche Anfragen“ und weist darauf hin: „Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, der Wert und die Wertentwicklung von Kunstobjekten sind von vielfaltigen Faktoren abhängig. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir keine Wertschätzungen von einzelnen Objekten vornehmen können. Falls Sie Interesse an derartigen Informationen haben, bitten wir Sie, sich an ein Auktionshaus zu wenden.“
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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. März 2017

Was hat die EDEKA mit der Funke Mediengruppe zu tun? Antwort: gar nichts.

Stellt Euch vor, liebe Lesergemeinde, die Handelskette EDEKA würde folgende Aktion machen: Es erscheint eine Anzeige mit dem Aufruf an Kunden: „Helfen Sie hungernden Kindern: Werden Sie Essen-Pate“. Dazu die Erklärung: „Ihre persönliche Spendenaktion für Familien, Alleinerziehende und Kinder in Ihrer Nachbarschaft“. Und auf die danach gestellte Frage: „Wie wird gespendet?“ kommt die Antwort: „Sie spenden Lebensmittel von EDEKA für ein Jahr im Wert von € 526,80.“

Im weiteren Text der Anzeige wird gefragt: „Was haben die Empfänger davon?“ Die Antwort: „täglich eine Nahrungsquelle, gestärkte Körperkräfte, mehr Chancen für ihr weiteres Leben“.

Auf die Frage: „Wer kann spenden?“ erfolgt die Antwort: „Einzelpersonen, Familien, Stiftungen, Ungernehmen – Jeder, der junge Menschen fördern will.“

Danach dann die Frage: „Was haben die Spender davon?“ Dazu die Antwort: „gesellschaftlicher Beitrag mit Vorbildfunktion, aktive Integration von Kindern aller Kulturkreise, mehr Perspektive für den Nachwuchs in Ihrer Region“.

Am Ende dann ein Logo mit dem Text: „Essen-Paten – Lieblings-Aktion EDEKA“. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. März 2017

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus

In der Werbung werden in aller Regel nur gute Nachrichten verbreitet. Und was ist das Antonym für „Werbung“, also das Gegenteil? Vielleicht: Wahrheit? Oder: Propaganda? Letztere ist der zielgerichtete Versuch, politische Meinungen zu bilden und Erkenntnisse im Sinne der Propagandisten zu manipulieren.

Werfen wir einen Blick auf die Anzeige vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dann setzt sich dort folgende Headline zusammen: „Wir machen Deutschland zusammen stark mit gleicher Rente für Ost und West“ – siehe die Abbildung!

Und was tun wir, wenn wir das lesen? Klar, wir stutzen. Und dann lesen wir das Kleingedruckte: „Fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer wird die Rente in Ost und West immer noch unterschiedlich berechnet.“

Das bedeutet: 30 (in Buchstaben: dreißig) Jahre lang haben wir Deutschland NICHT zusammen stark gemacht – trotz Solidaritätszuschlag. Und kleinlaut fährt das Ministerium im Kleingedruckten fort: „Ab 1 Juili 2018 beginnt die schrittweise Rentenangleichung und damit die Vollendung der Renteneinheit.“ Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. März 2017

Was Jako & Klaas mit ihrem Coup wirklich bewiesen haben

Wir kennen die Sendung mit der versteckten Kamera. Und wir kennen die Sendung mit Günter Wallraff und seinen Undercover-Ermittlungen. Was Joko und Klaas mit einem Ryan-Gosling-Double gemacht haben, ist eine Komponente aus beiden Sendungen.

Wenn Spießer Alfons mal historisch zurückblicken darf: Vor vielen Jahren, nämlich anno 1979, als die HORZU noch zum Hause ihres Gründers Axel Springer gehörte, da saß man ebendort in der Redaktion um Chefredakteur Peter Bachér, dem Enkel von Theodor Storm, zusammen, um die Preisträger für die Goldene Kamera zu besprechen. Dass es sich hierbei um eine Werbeveranstaltung für die Programmzeitschrift handelt, dürfte wohl jedem klar sein. Und deshalb sprach jemand aus dem Meeting: „Was wir benötigen, das ist ein spektakulärer Preisträger, über den das ganze Land spricht!“ Und ein anderer Teilnehmer aus der Runde wollte witzig sein und entgegnete: „Dann nehmen wir doch gleich den Papst!“

Was damals als Scherz gemeint war, wurde Wahrheit: Der damalige Papst Johannes Paul II erhielt die Goldene Kamera von HÖRZU war einverstanden, den Preis entgegenzunehmen. Damit wurde der Stellvertreter Gottes auf Erden zur Werbefigur zum Testimonial für die Mutter aller Programmzeitschriften. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. März 2017

Eine Zigarette verspricht den Rauchern die Wiedergeburt

Es gibt Wörter, die nicht mehr steigerungsfähig sind, weil sie bereits in der höchsten Steigerungsform stehen, nämlich dem Superlativ. Das ist die zweite Steigerung nach dem Komparativ, dessen sich die Werbedichter gern bedienen, denn ein gutes Produkt wird zwar durch ein besseres ersetzt, aber das beste aller Produkte ist das Nonplusultra.

Es gibt aber auch Adjektive, die es nur in der Grundform gibt. Zum Beispiel: tot. Denn toter und am totesten ist Nonsens, auch wenn wir in unserer Umgangssprache von „mausetot“ reden, was der Duden merkwürdigerweise definiert mit: „ganz und gar tot, nicht die geringste Lebensregung mehr zeigend“.

So, und nun zur Werbung, wo wir einen Anschlag auf unsere Gesundheit erleben. Für die Zigarette L&M wird das Wort plakatiert: „Open for more“ – siehe die Abbildung! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. März 2017

Ein Multimillionär empfiehlt uns: Depot bei der Ing-DiBa

 „Das Leben ist nicht fair.“ Was die Ing-DiBa mit diesem Werbewort verkündet, ist die Wahrheit. Zwar kennen wir die Binsenweisheit, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind, aber diese Weisheit geht in die Binsen, und zwar für Menschen, die kein Geld haben und sich weder einen Staranwalt noch einen kostspieligen Prozess leisten können, um ihr Recht vor Gericht auch durchzusetzen. Und darum ist das Leben nicht fair.

Der Mensch, der einmal behauptet hat: „Geld macht nicht glücklich“, der kann nur das Kleingeld gemeint haben. Wer soviel Geld hat, dass er damit sogar ein Depot anlegen kann, der kann sich glücklich schätzen gegenüber einem HartzIV-Empfänger. Woraus sich die Frage ergibt: Kann ein Depot überhaupt fair sein…?

Was, Du bist Normalverdiener und hast gar kein Depot? Oh, dann war das Leben aber nicht fair zu Dir! Und dann musst Du auch die Anzeige der Ing-DiBa nicht weiterlesen, wo gerade ein neues Auto angeliefert wird, über das Dirk Nowitzki sich freut wie Bolle. Klar, als bestbezahlter deutscher Sportler und Dauertestimonial für die Kreditbank, kann der Mann sich jeden Tag ein neues Auto anliefern lassen. Und sein Depot bei der Ing-DiBa ist vermutlich so hoch, das es an die Wolkendecke stößt. Woraus wir Kleinverdiener ohne Depot erkennen: Das Leben ist nicht fair, auch wenn die Kreditzinsen zur Zeit immer noch niedrig sind. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. März 2017

Spießer Alfons kann auch loben – hier sind vier Beweise:

Gerade hatte Alfons Euch erzählt, dass ein Werbetexter auch ein Geschichten-Erzähler sein muss, denn das tägliche Leben ist voll von interessanten Begebenheiten. Und der Mensch ist neugierig – was man nicht zuletzt den Töchtern Evas nachsagt. Darum lesen sie ja auch BUNTE und Gala und andere sogenannte Klatsch-Magazine, und zwar wegen der Geschichten und nicht wegen der Anzeigen. Und darum ist es gut, wenn auch in den Anzeigen interessante Geschichten erzählt werden. Stimmt’s? Oder hat der Spießer mal wieder Recht?

Werbung, die Alfons aufspießt, ist in aller Regel der Fragen würdig, weshalb man sie auch als fragwürdige Werbung bezeichnen könnte. Heute zeigt Alfons Euch einmal vier Anzeigen, die den kritischen Blicken des Spießers standhalten konnten. Mehr noch: Diese Anzeigen sind Alfons positiv aufgefallen. Weil sie in wenigen Worten eine Geschichte erzählen. Und diese Geschichten lenken nicht vom Produkt ab, sondern dieses steht im Mittelpunkt der Story.

Wenn Ihr mal vier Blicke auf die Anzeigen werfen wollt, dann werdet Ihr dem Spießer zustimmen: Werbung kann so einfach und überzeugend sein. Zumal, wenn die Geschichten, die der Werbedichter erzählt, auch noch heiter sind und somit die Leser zum Schmunzeln anregen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. März 2017