Zu Ostern: Werbegag mit dem christlichen Glauben

Der Spießer sah auf Bahnsteig seiner Heimatstadt ein Plakat von fritz-kola. Dieses Plakat hat einen schwarzen Fond, was zur Folge hat: Der Betrachter, der davor steht und fotografiert, hat hernach nicht nur den Bahnhof mit im Bild, sondern er sieht sich auch selbst neben dem Produkt als Spiegelbild. Und wenn Alfons der Gestalter dieses Plakates wäre, dann würde er glattweg behaupten: „Genau so ist es auch gewollt: Der Konsument gehört direkt zum Produkt!“

Aber es ist nicht das Bild, was Alfons aufspießt, sondern der Text. Wir lesen: „hilft jeden Montag bei der auferstehung“. Dieser Text wird vielen Menschen merkwürdig erscheinen. Zum einen wegen der mangelhaften Rechtschreibung, zum anderen wegen der Wortwahl. Denn dort steht nicht: „Hilft jeden Montag beim Aufstehen“, sondern dort steht „auferstehung“, was „Auferstehung meint.“ Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. April 2017

Ministerium für Wirtschaft und Energie: Reklame mit Bart

Personen, die in den Bildern der Werbung gezeigt werden, stehen dort stellvertretend für die Menschen, die mit dieser Botschaft angesprochen werden, sprich: für die Zielgruppe der Werbung. Das heißt, die Konsumenten sollen sich in der abgelichteten Person wiedererkennen. Oder die Person soll Vorbild sein mit ihrem Testiomonial.

Betrachten wir bitte den Herrn in der Anzeige vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie! Der Mann tritt hier als cooler Typ auf, der sein Bier im Kühlschrank effizient kühlt, nämlich mit A+++. Und damit sparte er soviel Geld, dass er sich davon Armband und Halskette kaufen konnte. Mehr noch: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. April 2017

Blind Date bei Onan McDonald’s

Ein Plakat ist ein Werbemittel, das der Mensch im Vorbeigehen oder Vorbeifahren sieht. Die Botschaft darauf muss also kurz und knackig sein, um verstanden zu werden und zu wirken. So, wie wir es erkennen auf dem Plakat von McDonald’s, wenn man dort auf dem Bahnsteig mit dem Zug vorbeifährt und die Werbebotschaft liest: „Selbstbefriedigung macht blind.“

Als der Spießer das gelesen hatte, das sagte er sich: „Kein Wunder, dass die Burger bei McDonald’s auf dem Tablett nie so attraktiv und lecker aussehen wie in der Werbung abgebildet: Die Griller sind offensichtlich alle blind!“ Und die Werber auch.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. April 2017

Artes: Verarschung in Worten und Bildern

Soeben erreichte den Spießer online die Werbung vom Kunsthaus Artes. Diese Firma hat viele Künstler im Angebot, große und kleine. Und gar keine, wie die Bilder von Andrea Schomberg beweisen, deren Namen man sich nicht merken muss. Die „Unikate“ tragen den Titel: „Ohne Titel“ und kosten 14.000,00 EUR – siehe die Abbildung!

Der Werbedichter von Artes schreibt: Die monochromen Farbfelder der Berliner Künstlerin Andrea Schomburg sind zu Geflechten verwoben, die in sich Strukturen der nahtlos, gradlinig aufgetragenen Acrylfarbe zeigen. Horizontale und vertikale Linien, welche die Malerin mit schwarzer Farbe füllt, sind grundlegend für ihre Bildsprache.“

Der Spießer vermerkt dazu: Die Bilder von Andrea Schomburg zeigen weiße Felder auf schwarzem Grund. Es sind Sahnestücke, weil die Herstellerin damit absahnen möchte.

Notabene: Man kann auch Scheiße in Dosen für 14.000,00 Euro als Künstlerscheiße verkaufen. Allerdings sei den Käufern geraten, so eine Dose nach dem Öffnen im Klo zu entsorgen!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. April 2017

Haspa: Bei Krediten vertraut man einem Gutmenschen

Die Hamburger Sparkasse, kurz Haspa genannt, möchte ihren Kunden gern Kredite verkaufen. Hierzu stellt das Kreditinstitut seine  „Kreditspezialistin“ Angelika Marx im Bilde vor. Und warum sollen Hamburgern gerade dieser Frau vertrauen? Wir erfahren aus dem Werbetext, dass die Dame auch „ehrenamtliche Johanniterin“ ist, die sich für Hamburger einsetzt. 

Klar, wer selbstlos Gutes tut, der hilft auch selbstlos mit zinslosen Krediten – wenn Spießer Alfons die Haspa-Anzeige richtig verstanden hat. Und wenn man bedenkt, dass der Kreditsachbearbeiter bei der Deutschen Bank in seiner Freizeit lieber zum Angeln geht statt einer gemeinnützigen Tätigkeit nachzugehen, dann nimmt der bestimmt  die Kreditkunden wohl eher gemein statt nützig an den Haken.

Also, liebe Werbungmacher: Wenn Ihr für ein Unternehmen die Werbung machen sollt, dann fragt, ob es in der Firma vielleicht auch einen Mitarbeiter gibt, der ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission tätig ist oder seine Freizeit selbstlos bei der Heilsarmee verbringt! Denn einem Gutmenschen als Verkäufer gegenüber hat der Kunde einfach mehr Vertrauen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. April 2017

Spott zum Gruße, Herr Präsident! Donald Trump im Mittelpunkt einer Werbekampagne

Dass der amerikanische Präsident dringend behandlungsbedürftig ist, diese Meinung muss Spießer Alfons wohl nicht begründen. Und so, wie Donald Trump die Medien behandelt, so frech sollten die Medien den Herrn Mann im Weißen Haus einer medialen Behandlung unterziehen, und zwar getreu nach amerikanischem Volksmund: „Knotty timber requires sharp wedges!“ Oder wie man hierzulande sagt: „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!“

Nun ist es so, liebe Lesergemeinde, dass Journalisten ihre eigene Meinung in der Kommunikation verstecken müssen, falls sie überhaupt eine haben und diese in einer Meinungskolumne abgeben dürfen.

Werbetexter dagegen machen Auftragskommunikation und dürfen nicht nur die Meinung ihres Auftraggebers verkünden, sondern sie müssen das sogar tun, weil es schließlich ihr Job ist, mit dem sie ihr Geld verdienen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. April 2017

SPD-Werbung: Mehr Jahrmarkt im Himmel für alle!

Im kommenden Monat wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Und dazu werden wieder Anschläge auf uns Bürger verübt, sprich: Plakatanschläge. Damit bekommen wir wieder Stellschilder an den Straßenrand gestellt mit Wahlversprechen nach dem Motto: „Mehr Jahrmarkt im Himmel für alle. Wir machen das.“

So ein Jahrmarktschreier ist der derzeitige Ministerpräsident Thorsten Albig, der verspricht: „Mehr Gerechtigkeit für alle“ – siehe die Abbildung!

„Mehr Gerechtigkeit für alle“ ist eine Leerformel. Hätte der Texter einfach „Gerechtigkeit für alle“ geschrieben oder nur „Mehr Gerechtigkeit“, dann wäre die Aussage noch tragbar. Aber „Mehr Gerechtigkeit“ und das „für alle“ ist Blödsinn für alle. Es würde zugleich bedeuten, dass diejenigen, die heute schon mehr Gerechtigkeit als andere Menschen bekommen haben, sich freuen, dass sie mit Hilfe der SPD noch mehr Gerechtigkeit bekommen sollen.

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. April 2017

„Camel“-Fußnote als Kann-Regel: Rauchen „kann“ tödlich sein, muss also nicht

Raucher können hierzulande schon lange nicht mehr bedenkenlos zur Zigarette greifen; und die Tabakmanufakturen haben große Probleme, das Zeug an die Süchtigen zu bringen. Wer heutzutage Tabakwaren herstellt und dafür Werbung machen will, der hat nicht nur ein Handikap, sondern diverse.

Meilenstein: „Camel“-Werbung aus dem vorigen Jahrhundert

Da sind die Restriktionen beim Einsatz von Werbeträgern, und da sind die gruseligen Aufdrucke auf den Packungen und die vorgeschriebenen Warnhinweise. Und in der Werbung abgelichtete Personen sollten schon immer erkennbar über 30 Jahre alt sein. Und last but not least darf Werbung für Tabakprodukte nicht mehr so intensiv erfolgen, wie es früher mal der Fall gewesen ist.

Ein weiteres Merkmal: Zigaretten-Dealer und Zigaretten-Werber leisten Beihilfe zum Suizid. Darum akzeptieren viele Werbeagenturen keinen Zigarettenetat, ganz zu schweigen von den Mitarbeitern der Agentur, die verantwortungsvoll handeln möchten. Und was das City-Light-Poster (siehe Abbildung unten!) anzeigt: Es gibt offensichtlich auch ein Problem mit den Models, die sich für Werbeaufnahmen für Zigaretten zur Verfügung stellen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 4. April 2017

Punkte gibt es nicht nur in Flensburg, sondern auch bei Shell – wenn man Glück hat!

Spießer Alfons ist nicht nur Autofahrer, sondern auch Kunde bei Shell. Zum einen, weil er dort eine Kundenkarte hat, zum anderen, weil man damit Punkte sammeln kann, die er an einen Freund weitergibt, der die sammelt, um beim Formel-1-Spektakel als Zuschauer in die Boxengasse zu kommen. Und gerade fährt Shell eine Werbeaktion: „50 Extra-Punkte wenn Sie im Zeitraum vom 27.03.2017 bis 23-04.2017 mind. 70 Liter Shell Kraftstoff tanken.“ Also fuhr Alfons an die Shell-Tanke und tankte Shell, um 50 Punkte extra zu bekommen.

An der Kasse überreichte der Spießer das abgebildete Kärtchen. Der Kassenwart sah und guckte auf die Tankanzeige. Dann gab er dem Kunden das Kärtchen zurück und erklärte: „Sie haben leider keine 70 Liter getankt, sondern nur 51,46 Liter!“

„Hä…?“ machte der Spießer und fragte: „Wie soll ich denn 70 Liter tanken, wenn mein Tank die gar nicht aufnehmen kann, selbst, wenn er total leer gewesen wäre?“ Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. April 2017

Wundersames Sachsen: Ein Kabarett wirbt mit dem Namen eines Autors, von dem aber gar kein Text im Programm ist.

Wenn ein Theater für die Aufführung eines Stückes wirbt, dann wirbt es mit dem Titel des Schauspiels, den Namen der Schauspieler und nicht zuletzt auch mit dem Namen des Autors. Und wenn die ersten Pressestimmen vorliegen, dann werden daraus  häufig Zitate in die Werbung gestellt – natürlich nur die positiven, versteht sich.

Könnt Ihr Euch vorstellen, liebe Lesergemeinde, dass ein Theater für eine Aufführung wirbt, den Namen eines Autors nennt, von diesem Autor aber gar keine Texte im Programm sind…?

So etwas Wundersames gibt es in Sachsen. Genauer: In Leipzig, und zwar beim dortigen Central Kabarett, wo in der Online-Werbung für das Programm „Oohrschwärbleede!“ angezeigt wird: „Garniert mit den Klassikern der sächsischen Mundart-Dichter, Lene Voigt, Hans Reimann, Arthur Preis, Erich Kästner“ – siehe den letzten Absatz in der nebenstehenden Abbildung!

Hier geht es um Hans Reimann (1889-1969), den gebürtigen Leipziger, der nicht nur Schriftsteller gewesen ist, sondern auch Grafiker, Schauspieler und Kabarettist. (Weniger bekannt ist Reimann als Autor des Romans „Die Feuerzangenbowle“, wo es quasi zwei Urheber gibt, und zwar den juristischen (= Heinrich Spoerl) und den literarischen (= Hans Reimann).) Und im besagten Central Kabarett lief vor geraumer Zeit über Wochen ein Reimann-Abend. mit dem Titel „Der gemeine Sachse“. So weit, so gut. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 1. April 2017